Der Dampf

Der Dampf (bzw. Nebel) entsteht bei relativ niedrigen Temperaturen von unter 200°C, daher findet beim Dampfen, unter normalen Bedingungen, nur in geringem Maße eine Veränderung der Inhaltsstoffe des Liquids statt.
Schadstoffe wie Formaldehyd, Acetaldehyd oder Acrolein entstehen dabei in nur sehr geringen, gesundheitlich unbedenklichen Mengen. Mehr dazu finden Sie unter dem Punkt Schadstoffe.

Insgesamt kann man also davon ausgehen, dass im Dampf fast ausschließlich das enthalten ist, was vorher auch im Liquid war. Und handelsübliche Liquids bestehen aus sehr wenigen, gut bekannten Substanzen. Zum einen haben wir den Geschmacksträger Propylenglykol, das Verneblungsmittel (pflanzliches) Glycerin, etwas Wasser und normale, als Lebensmittelzusatzstoffe zugelassene Aromen. In nikotinhaltigen Liquids ist natürlich zudem noch Nikotin enthalten.
Betrachten wir uns doch mal die Inhaltsstoffe im einzelnen genau.

Propylenglykol

Propylenglykol (1,2-Propandiol), abgekürzt PG, ist ein unter der Nummer E1520 zugelassener Lebensmittelzusatzstoff. Es wird, aufgrund seiner hygroskopischen Eingenschaften, in Kosmetikprodukten wie Hautcremes, Zahnpasta und Mundwasser als Feuchthaltemittel eingesetzt. Zudem wird es in Kaugummis sowie Nahrungserkänzungsmitteln verwendet, dient bei Lebensmittelaromen als Trägerstoff und in vielen Medikamenten als Lösungsmittel, unter anderem in einigen Nasensprays.
Propylenglykol wird, aufgrund seiner Ungiftigkeit, auch als Kühlmittel in Kühlanlagen der Lebensmittelverarbeitung eingesetzt.
Es wird auch in vernebelter Form als Hauptbestandteil von Disco- bzw. Theaternebel seit den 70er Jahren verwendet.
Gesundheitliche Risiken sind nicht bekannt. Es gilt als unbedenklich für den Menschen, ist nicht hautreizend und hat nur sehr geringe augenreizende Eigenschaften. Lediglich vereinzelte allergische Reaktionen sind bekannt.

In Tierversuchen wurde vielfach die inhalative Wirkung getestet, auch hier erwies es sich als harmlos. Im Dezember 2016 entschied das Risikobewertungskomittee der ECHA, dass Propylenglykol nicht als Atemwegsreizend nach STOT SE 3, H335 (“Kann die Atemwege reizen.”) eingestuft wird.

Zitat der Entscheidung der ECHA: “Propane-1,2-diol is, among many other uses, commonly used to produce artificial smoke with generators in theatres, discotheques, emergency trainings or is used as a liquid for vaporisation in electronic cigarettes. The substance does currently not have an entry in Annex VI to CLP.

RAC did not agree to the proposal by Germany to classify the substance as respiratory irritant (STOT SE 3; H335).”

Zu den Richtwerten
Das Umweltbundesamt hat 2017 Richtwerte für Propylenglykol (1,2-Propantiol) in der Raumluft festgelegt. Der Richtwert (I) liegt bei 0,06mg/m3 und der Richtwert (II) bei 0,6mg/m3.
Diese Richtwerte sind jedoch sehr umstritten. Sie wurden auf Grundlage eines Tierversuchs mit Ratten berechnet, bei dem den Versuchstieren enorm hohe Mengen vernebeltem Propylenglykol direkt durch die Nase zugeführt wurde. Nach zwei Wochen zeigten sich als einzige nennenswerte Nebenwirkung Nasenbluten bei einigen Ratten.
Auffällig ist, dass dieses Ergebnis bei anderen Tierversuchen mit Ratten und Hunden nicht reproduziert werden konnte. Dennoch hatte sich die Ad-hoc-Arbeitsgruppe, welche für die Bestimmung der Richtwerte zuständig war, lediglich die einzelne Studie herausgegriffen, in der Nasenbluten bei den Versuchstieren festgestellt werden konnte. Andere Studien und die Tatsache, dass diese Nebenwirkung bis heute weder bei der Benutzung von Theater- bzw. Disconebel, noch bei Dampfern aufgetreten ist, wurden ignoriert.
Die Fragwürdigkeit dieser Grenzwerte wird zudem dadurch unterstrichen, dass sie sogar niedriger angesetzt wurden, als der für Formaldehyd (Richtwert (I): 0,1mg/m3). Nach dem Verständnis des Umweltbundesamtes wäre demnach Propylenglykol schädlicher als Formaldehyd.
Aus diesen Gründen sind die Richtwerte des Umweltbundesamtes für Propylenglykol offensichtlich keine geeignete Grundlage zur Bewertung seiner Schädlichkeit.

Fazit: Propylenglykol stellt keine ernste Gefahr für die Gesundheit dar.

Glycerin

Glycerin, oder auch Glycerol bzw. Propan-1,2,3-triol, ist der einfachste dreiwertige Alkohol. Es kommt in allen natürlichen Fetten und fetten Ölen vor. Als Lebensmittelzusatzstoff ist Glycerin unter der Nummer E 422 zugelassen. In Liquids wird ausschließlich pflanzliches Glycerin verwendet. Da dieses auf englisch “vegetable Glycerin” heißt, wird es gewöhnlich mit VG abgekürzt. Im Liquid übernimmt Glycerin hauptsächlich die Rolle des Verneblungsmittels.

Glycerin hat stark wasserbindende Eigenschaften und wird daher als Feuchthaltemittel in Datteln oder Kaugummis verwendet. Es gilt als ungiftig und harmlos bei oraler Aufnahme und ist wesentlicher Bestandteil von Theater- bzw. Disconebel.

Zwar kommt das BfR in einer Stellungnahme vom 3. August 2011 zum Thema Glycerin in Wasserpfeifentabak zu dem Schluss, Glycerindämpfe könnten zu einer “Veränderung des Zellepithels im Kehlkopf und zu Reizungen der Nasenschleimhäute” führen, liefert hierfür aber keine Belege oder Quellen.
Tierversuche mit Glycerinnebel konnten keine gesundheitlichen Risiken aufzeigen. Auch sind keine ernsthaften Erkrankungen bekannt, die mit Theater- oder Disconebel in Zusammenhang gebracht werden konnten.

Fazit: Glycerin stellt keine ernste Gefahr für die Gesundheit dar.

Lebensmittelaromen

Eine generelle Aussage zu Lebensmittelaromen ist natürlich nicht ganz einfach, da es viele unterschiedliche Aromastoffe gibt. Allerdings ist ihre Unbedenklichkeit als Lebensmittelzusatzstoff, zumindest bei oraler Aufnahme, vor der Zulassung geprüft worden.

Nun kann man natürlich argumentieren, dass es einen Unterschied zwischen oraler und inhalativer Aufnahme gibt. Das ist prinzipiell richtig, ist nur für Aromen unerheblich. Nicht nur, dass wir im Alltag eh schon Aromastoffe inhalieren (z.B. durch Parfüme, Duftkerzen oder Lufterfrischer), sondern es auch kein schlüssiges Konzept gibt, nachdem Aromen eingeatmet bedeutend anders wirken sollten als gegessen oder getrunken. Sie werden von der Lunge aufgenommen und im Körper wie gewohnt verstoffwechselt.

Es ist noch nicht vollständig geklärt, ob und wie Aromen bereits in der Lunge verstoffwechselt werden und ob die Art der inhalativen Aufnahme einen Einfluss auf die Konzentration der Aromenbestandteile im Blut hat. Es gibt jedoch aktuell keine Anzeichen dafür, dass es einen nennenswerten Unterschied zwischen inhalativer und oraler Aufnahme gibt.

Eine Schädigung der Lunge durch Aromen lässt sich daher nicht logisch begründen, zumal der Anteil von Aromen am Gesamtliquid selten über 15% liegt, meist weit darunter.

In einer österreichischen Studie konnte nachgewiesen werden, dass Aromen keinen negativen Einfluss auf die Endothelzellen der Blutgefäße haben. Es ist also extrem unwahrscheinlich, dass die Verwendung von Aromen das Risiko für Herzkreislauferkrankungen erhöht.

Eine andere Sache sind Allergien. Aromastoffe können, wie viele andere Stoffe auch, Allergien auslösen und das natürlich auch beim Dampfen. Zudem sollten bestehende Allergien berücksichtigt werden. Wer also gegen Erdbeeren allergisch ist, der darf natürlich auch keine Aromen dampfen, die aus Erdbeeren hergestellt wurden.
Aber das Thema Allergie ist kein exklusives Dampferthema, die E-Zigarette selbst löst keine Allergien aus, sondern immer bestimmte Stoffe. Somit ist es kein Risiko des Dampfens, eine Allergie zu entwickeln, denn das könnte auch beim nächsten Erdbeerjoghurt passieren.

Und Diacetyl? (Stichwort: Popcornlunge)

Diacetyl ist ein Aromastoff, der einen ausgeprägten Geschmack nach Butter besitzt. Es wurde mit der Lungenerkrankung Bronchiolitis obliterans in Verbindung gebracht, weil in den USA Arbeiter in Fabriken für Mikrowellenpopcorn an dieser Krankheit erkrankten und sie ihre Arbeitgeber deshalb verklagten.
Ein eindeutiger wissenschaftlicher Nachweis für diese Verbindung gibt es jedoch nicht. Im Gegenteil, zwei Studien aus 20131 bzw. 20142 haben keinen Zusammenhang zwischen Diacetyl und Bronchiolitis obliterans finden können. Ins Bild passt auch nicht, dass relativ viel Diacetyl in Zigaretten enthalten ist (im Schnitt ca. 370µg pro Zigarette / 7.400µg pro Schachtel), Bronchiolitis obliterans jedoch nicht zu den typischen Raucherkrankheiten gehört. Die Konzentrationen des Aromastoffs in Liquids sind zudem deutlich geringer. In einer amerikanischen Studie von 2016 wurden bei 51 untersuchten “E-Zigaretten” im Schnitt 9µg Diacetyl gefunden. Der MAK-Wert für Diacetyl (der Wert, bis zu dem keine gesundheitliche Beeinträchtigung zu erwarten ist) liegt bei 70µg/m3, also etwa 280µg über acht Stunden. Er liegt demnach über 30 Mal höher als die in E-Zigaretten durchschnittlich gefundene Menge. Eine tatsächliche Gefährdung ist daher schon aufgrund der potenziell geringen Mengen Diacetyl beim Dampfen sehr unwahrscheinlich3.
Dennoch wurde Diacetyl schon vor Inkrafttreten der zweiten Änderung der Tabakerzeugnisverordnung von vielen Herstellern nicht mehr verwendet. Seit dem 17.05. 2017 ist Diacetyl als Inhaltsstoff für Liquids, die durch das TabakerzG reguliert werden, verboten, daher stellt sich die Frage nach einer Gefährdung durch diesen Stoff, zumindest für diese Fertigliquids, schon grundsätzlich nicht mehr.

Fazit: Von Lebensmittelaromen, die gedampft werden, geht nach heutigem Wissensstand keine größere Gefahr aus, als von Aromen, die gegessen oder getrunken werden.

Nikotin

Nikotin, oder auch Nicotin, kommt in vielen Nachtschattengewächsen wie Tomaten in sehr geringen Konzentrationen vor. Deutlich höher sind die Konzentrationen in der Tabakpflanze, woher den meisten Menschen dieses Alkaloid auch bekannt sein dürfte.
Nikotin wirkt, je nach Menge, entspannend bzw. belebend und verbessert die Konzentration sowie Feinmotorik. Die Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem sind dem von Koffein etwa gleich und gesundheitlich irrelevant.
Die Faktenlage ist sehr klein, was das Risiko für Schwangere durch Nikotin betrifft, klare Hinweise auf eine Schädigung ungeborenen Lebens fehlen aktuell. Genauere Informationen zu diesem Thema gibt es hier.

Nikotin selbst ist nicht krebserregend und es steh auch aktuell nicht im Verdacht, krebserregend zu sein.
Es gibt allerdings den Verdacht, dass es möglicherweise bei einer bestehenden Krebserkrankung das Tumorwachstum begünstigt, weil es die Überlebensfähigkeit von Zellen erhöht und die Bildung neuer Blutgefäße anregt. Es könnte somit einer Chemotherapie entgegenwirken.
Daher sollten Menschen, die an Krebs erkrankt sind, Nikotin vermeiden.

Nikotin kann ab einer bestimmten Dosis giftig sein. Nach neusten Erkenntnissen liegt diese bei einem Erwachsenen Menschen etwa zwischen 500 bis 1000mg. Eine Vergiftung durch Dampfen ist jedoch ausgeschlossen, da man niemals gefährliche Konzentrationen erreichen kann. Eine leichte Überdosierung von Nikotin erkennt man recht schnell an Kopfschmerzen und Schwindel. Weil der Körper Nikotin relativ rasch abbaut, reicht in so einem Fall, mit dem Dampfen so lange zu pausieren, bis die Symptome verschwunden sind.

Auch eine orale Vergiftung ist extrem unwahrscheinlich, da der Körper sehr schnell mit Erbrechen und Durchfall reagiert, sowie das Nikotin, wie bereits erwähnt, relativ schnell verstoffwechselt.

Ein Abhängigkeitspotenzial von reinem Nikotin (ohne Tabak) konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Es ist davon auszugehen, dass das Abhängigkeitspotenzial, wenn überhaupt vorhanden, auf dem Niveau von Koffein liegt. Zum Beispiel zeigten Probanden, denen im Rahmen einer Studie über einen Zeitraum von sechs Monaten Nikotin verabreicht wurde, bei Beendigung der Studie, keine Anzeichen einer Abhängigkeit.
Weiterführende Informationen zum Thema Nikotin gibt es hier.

Fazit: Nikotin ist weder krebserregend, noch stellt sein Einfluss auf das Herz-Kreislaufsystem ein ernsthaftes gesundheitliches Risiko dar. Zudem hat reines Nikotin kein oder nur ein sehr geringes Abhängigkeitspotenzial. Von Nikotin geht also, zumindest bei gesunden Menschen, keine ernste Gefahr für die Gesundheit aus.

Schadstoffe

Auch beim Dampfen können unter ungünstigen Umständen Schadstoffe entstehen. Dies haben Studien gezeigt, in denen das Liquid überhitzt wurde. Eine der bekanntesten Studien, in der eine E-Zigarette mit zu hoher Leistung betrieben worden ist, ist die Studie “Hidden Formaldehyde in E-Cigarette Aerosols” von der Portland State University. Bei überhitztem Verdampfer wurden in dieser Studie enorm hohe Werte eines Formaldehydvorproduktes (Formaldehyd-Hemiacetal) gefunden. Allerdings zeigt dieselbe Studie, dass bei sachgerechtem Betrieb (als “Low Voltage” bezeichnet) weder Formaldehyd, noch ein Vorprodukt davon, entdeckt werden konnten.

Eine spätere Studie konnte die Ergebnisse dieser oft als “Kokelstudie” bezeichneten Arbeit aus Portland in weiten Teilen widerlegen bzw. sie korrekt einordnen. Die Studie des griechischen Kardiologen Dr. Konstantinos Farsalinos zeigt, dass bei normalem Gebrauch und einem Durchschnittsverbrauch von täglich 5ml Liquid maximal 85µg Fomaldehyd entstehen. Um das einzuordnen, der Mensch atmet am Tag bereits selber etwa 150µg Formaldehyd aus.
Der Grenzwert des Umweltbundesamts, bis zu dem man von einer Unbedenklichkeit ausgeht, liegt bei 1500µg täglich.
Ähnliches gilt für zwei weitere wichtige Schadstoffe. Beim Konsum von 5ml Liquid entstehen etwa 50µg Acetaldehyd, bei einem Grenzwert von 1500µg in 24 Stunden, und 60µg Acrolein, bei einem Arbeitsplatzgrenzwert von 1000µg in 8 Stunden.

Es entstehen also in der Tat Schadstoffe beim Dampfen, allerdings in sehr geringen, gesundheitlich irrelevanten Mengen.

Bedeutsame Mengen entstehen lediglich, wie bereits erwähnt, bei sog. “Dry Puffs”, also wenn die Heizwendel überhitzt und das Liquid nicht mehr vernebelt, sondern verbrannt wird. Das bleibt allerdings nicht unbemerkt, da es sich durch einen extrem unangenehmen Geschmack und Kratzen im Hals sofort bemerkbar macht.

Metalle im Liquid

In einer Studie der amerikanischen Johns Hopkins University wurden sowohl in Liquids, als auch im Aerosol verschiedene Metalle gefunden. Diese sollen, laut den Wissenschaftlern, welche die Untersuchung durchgeführt hatten, die Grenzwerte für Atemluft überschritten haben.
Prinzipiell ist das nicht falsch, jedoch verglichen die Wissenschaftler Grenzwerte für normale Atemluft mit dem ziehen an einer Dampfe.
Ein Mensch atmet allerdings ca. 15.000 mal täglich, an einer E-Zigarette zieht er hingegen lediglich bis zu 600 mal über den Tag verteilt.

Einzig sinnvoll wäre also der Vergleich mit passenden Grenzwerten, wie dem Grenzwert der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) für inhalative Medikamente. An diese Grenzwerte reichen die gefundenen Mengen nicht annähernd heran. Zu diesem Ergebnis kommt auch eine Studie von Dr. Konstantinos Farsalinos, in der die Ergebnisse der erwähnten amerikanischen Studie analysiert wurden.

Zur Verdeutlichung, wie gering die gefundenen Mengen waren, nur zwei Beispiele: Um den Grenzwert für Nickel zu überschreiten, müsste man am Tag über 70ml Liquid konsumieren, bei Blei wären es sogar über einen Liter.
Das zeigt, auch Metalle sind lediglich in kleinsten, unbedenklichen Spuren im Nebel enthalten und stellen daher, ebenso wie die Spuren von anderen Schadstoffen, kein ernsthaftes Risiko für die Gesundheit dar.

Fazit: Es können zwar beim Dampfen grundsätzlich schädliche Stoffe entstehen, diese jedoch nur in gesundheitlich unbedenklich kleinen Mengen.

Gesamtfazit

Für potentiell tödliche Erkrankungen wie Krebs oder COPD ist das Risiko, das vom Dampfen ausgeht, gleich Null. Giftige oder schädliche Stoffe wie Formaldehyd, Acetaldehyd oder Acrolein entstehen in bedeutsamen Mengen nur bei falscher Benutzung der E-Zigarette und äußern sich sofort in extrem unangenehmem Geschmack (“Kokeln” genannt), sodass der Dampfer diese sehr einfach vermeiden kann. Auch andere Verbrennungsprodukte, wie sie zum Beispiel bei der Tabakverbrennung entstehen, werden beim Dampfen erst gar nicht gebildet.

Propylenglykol sowie Glycerin sind harmlos und Nikotin ist per se nicht gesundheitsschädlich. Die Auswirkungen von Nikotin auf das Herz- Kreislaufsystem sind vernachlässigbar gering und eine auch nur annähernd toxische Dosierung von Nikotin ist beim Dampfen praktisch ausgeschlossen.

Allergien sind kein spezielles Risiko des Dampfens, sie sind ein allgemeines Risiko. Es besteht im gleichen Maße für Menschen, die zum Beispiel Joghurt oder Fruchtsalat essen. Das Dampfen an sich erhöht nicht das Risiko, eine Allergie zu entwickeln.

Die Gesundheitsrisiken des Dampfens sind rein hypothetischer Natur und beschränken sich fast ausschließlich auf die verwendeten Aromen. Ein schlüssiges Konzept, warum ansonsten harmlose Aromen in der Lunge eine ernste Gefahr darstellen sollen, gibt es jedoch bis heute nicht. Eine eventuelle Reizung der Atemwege ist zum einen kein ernsthaftes Gesundheitsrisiko, zum anderen wird sie vom Dampfer recht schnell bemerkt und er kann betreffende Aromen meiden.

Langzeitstudie findet keine Schäden

In einer Studie von Prof. Dr. Riccardo Polosa (Uni Catania / Italien) konnten nach über dreieinhalb Jahren keinerlei gesundheitliche Schäden durch das Dampfen festgestellt werden.
Beobachtet wurden neun Dampfer, alle zuvor Nichtraucher, die man zudem mit 12 Nichtrauchern/Nichtdampfern verglich. Dabei wurden verschiedene Lungen- und Herzkreislaufwerte untersucht, sowie hochauflösende Computertomographien der Lunge gemacht.
Zwar war die Teilnehmerzahl der Studie relativ gering und der beobachtete Zeitraum noch nicht sehr lang, allerdings betonte Dr. Polosa, dass trotz dieser Einschränkungen, entdeckt worden wäre, wenn Dampfen gravierende Schädigungen verursachen würde.
Diese Studie ist daher ein recht eindeutiger Hinweis darauf, dass durch Dampfen keine ernsthaften Gesundheitsschäden zu erwarten sind.

Zudem hatte eine Langzeitstudie von “Cancer Research UK” Anfang 2017 gezeigt, dass Dampfer genauso wenig kanzerogene und toxische Stoffe im Körper haben, wie Nutzer von Nikotinkaugummis und Pflastern. Die gemessenen Werte entsprechen denen von Nichtrauchern.
Und eine Studie des Quebec Heart and Lung Institute – Université Laval hat gezeigt, dass eine Stunde Dampfen (in diesem Fall ohne Aromen) weder bei gesunden Probanden, noch bei Asthmatikern die Lungenfunktion signifikant veränderte.

FAZIT: Man kann davon ausgehen, dass Dampfen nicht ernsthaft schädlich ist.

Ob es gesund ist, kommt darauf an, wie man den Begriff “gesund” definiert. Normalerweise wird etwas als gesund bezeichnet, wenn es die Gesundheit aktiv fördert. Da Dampfen ein Genussmittel ist, hat es diesen Anspruch jedoch nicht, ähnlich wie Schokolade, Wein oder Kaffee.
Man kann jedoch nach heutigem Wissensstand sagen, dass Dampfen kein Risikofaktor für eine ernsthafte Erkrankung ist.


1) CJ Ronk et al.: Evaluation of pulmonary function within a cohort of flavorings workers.

2) JS Pierce et al.: Diacetyl and 2,3-pentanedione exposures associated with cigarette smoking: implications for risk assessment of food and flavoring workers.

3) Dr. Michael Siegel: New Study Finds that Average Diacetyl Exposure from Vaping is 750 Times Lower than from Smoking