Dampfen und Covid-19

Zuletzt aktualisiert: 14.08.2020

Vorweg: Die Datenlage bezüglich Dampfen und Covid-19 ist derzeit noch sehr klein. Für wirklich klare und sichere Aussagen gibt es noch zu wenige Fakten. Dennoch kann man sich dem Thema, auf der Grundlage dessen, was wir bisher wissen, nähern.

Fazit

Es gibt keine Hinweise darauf, dass Dampfer häufiger oder schwerer an Covid-19 erkranken. Für die Befürchtung, mit SARS-CoV-2 infizierte Dampfer könnten über den ausgeatmeten Nebel andere Menschen leichter anstecken, gibt es keinen Anlass.

Weltweite Studien und Untersuchungen zeigen, dass Raucher deutlich seltener an Covid-19 erkranken als Nichtraucher. Die wahrscheinlichste Ursache scheint das im Rauch enthaltene Nikotin zu sein. Vermutlich gibt es diesen Effekt auch bei Dampfern, die mit Nikotin dampfen. Sicher lässt sich das aktuell jedoch nicht sagen, da es über die Häufigkeit von Erkrankungen mit Covid-19 bei Dampfern noch keine Zahlen gibt.

Es ist für seriöse Empfehlungen derzeit noch zu früh.
Aber der mögliche Nutzen, in Hinsicht auf eine Erkrankung mit Covid-19, überwiegt wahrscheinlich die sehr geringen Risiken, die von Nikotin ausgehen. Zumindest, wer bereits mit Nikotin dampft, sollte dies möglicherweise weiter tun.

Allerdings gilt in jedem Fall, dass nur die Einhaltung bestehender Abstands- und Hygieneregeln den größtmöglichen Schutz vor einer Ansteckung mit Covid-19 bieten.


1) T.N. Harris et al.: Air-borne Cross-Infection in the Case of the Common Cold. A Further Clinical Study of the Use of Glyeol Vapors for Air Sterilization. American Journal of Medical Sciences 1943 Vol.206 No.5 pp.631-6
2) CDC: Preliminary Estimates of the Prevalence of Selected Underlying Health Conditions Among Patients with Coronavirus Disease 2019 — United States, February 12–March 28, 2020
3) SmofreeWorld.org: COVID-19 and Lung Health: Smoking and Vaping
4) M. Miyara et al.: Low rate of daily active tobacco smoking in patients with symptomatic COVID-19 (Preprint)
5) Ariel Israel et al.: Smoking and the risk of COVID-19 in a large observational population study (Preprint)
6) Jean-Pierre Changeux et al.: A nicotinic hypothesis for Covid-19 with preventive and therapeutic implications

Julia Hippisley-Cox et al.: Risk of severe COVID-19 disease with ACE inhibitors and angiotensin receptor blockers: cohort study including 8.3 million people

Konstantinos Farsalinos et al.: E-cigarette use and COVID-19 in youth and young adults: serious questions about data reliability and call for retraction (Preprint)

Krankheits- und Todesfälle durch verunreinigte THC-Liquids in den USA

Zuletzt aktualisiert: 06.03.2020

Seit März 2019 kam es in den USA zu einer Häufung von Krankheitsfällen, die von den zuständigen Behörden CDC und FDA schnell mit der E-Zigarette in Verbindung gebracht wurden. Die ersten Fälle traten in Wisconsin, Minnesota und Illinois auf.

Laut CDC gibt es mittlerweile 2.807 Verletzte in 50 Staaten der USA, dem District of Columbia und zwei U.S.-Territorien (Puerto Rico und U.S. Virgin Islands) sowie 68 Todesfälle in 29 Staaten sowie dem District of Columbia, die auf das EVALI (E-cigarette, or Vaping, Product Use Associated Lung Injury) getaufte Phänomen zurückgeführt werden (Stand: 18.02.2020).
Etwa 66% der Patienten sind männlich, 76% unter 35 Jahre alt und 15% noch nicht volljährig (Daten von 2.668 der Patienten). Bei 2.022 Patienten ist bekannt, dass 82% von ihnen Produkte konsumierten, die THC enthielten, 33% sogar ausschließlich. Normale Liquids mit Nikotin wurden von 57% der Befragten benutzt, 14% gaben an, keine THC-Liquids konsumiert zu haben. (Stand: 14.12.2019)

Die meistgenutzten Marken von Produkten mit THC waren “Dank Vapes” (56%), TKO (15%), Smart Cart (13%) und Rove (12%). Dabei handelt es sich allerdings zumeist nicht um tatsächliche Firmen.

Seit dem 03. Dezember 2019 werden von der CDC keine Fälle von EVALI mehr gezählt, die nicht stationär in Krankenhäusern behandelt werden müssen. Es wurden daher 175 bereits aufgeführte Fälle aus der Statistik entfernt. Begründet wird dieser Schritt damit, dass Patienten mit EVALI Symptome aufweisen, die Fällen von Erkältungen oder anderen Atemwegserkrankungen ähneln. Es könne also schwierig sein, EVALI von diesen Erkrankungen zu unterscheiden.
Zudem sei zu erwarten, dass in der Grippesaison eine große Menge von Atemwegserkrankungen auftreten, was die Ermittlungen zusätzlich unnötig erschweren würde.

Die Zahl der gemeldeten Neuerkrankungen, die stationär behandelt werden müssen, geht kontinuierlich zurück bzw. verbleibt mittlerweile auf einem sehr niedrigen Niveau. Das Maximum an Neuerkrankungen lag bei 237 Patienten Mitte September und sank auf 4 Fälle Mitte Februar.

Die CDC hat am 25.02.2020 bekanntgegeben:

“Due to continued declines in new EVALI cases since September 2019, and the identification of vitamin E acetate as a primary cause of EVALI, today’s release is the final biweekly CDC update on the number of hospitalized EVALI cases and deaths nationally.”

(Aufgrund des anhaltenden Rückgangs neuer EVALI-Fälle seit September 2019 und der Identifizierung von Vitamin E-Acetat als Hauptursache für EVALI ist die heutige Veröffentlichung das letzte zweiwöchentliche CDC-Update zur Anzahl der landesweit an EVALI Erkrankten und Verstorbenen.)


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Pulegon im Liquid – Kein Anlass zur Sorge

Pulegon ist ein natürlicher Bestandteil vieler ätherischer Öle von Minzpflanzen und kommt in allen Pflanzenteilen der Polei-Minze vor. Der Stoff wurde von der IARC in die Kategorie 2B (möglicherweise Krebserregend) eingeordnet. Für Stoffe in dieser Kategorie gilt, dass es Hinweise aus Tierversuchen gibt, dass der Stoff krebserregend sein könnte, man aber noch keine Erkenntnisse im Bezug auf den Menschen hat. Es ist die dritte und damit niedrigste Stufe in der Gruppe eventuell bzw. sicher krebserregender Stoffe (1 bis 2B). Darunter kommen nur noch “nicht klassifiziert” (Kategorie 3) und “wahrscheinlich nicht krebserregend” (Kategorie 4).

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Ist Sucralose beim Dampfen schädlich?

Zuletzt aktualisiert: 16.07.2020

Sucralose ist eine chlororganische Verbindung und als Süßstoff unter der Nummer E955 als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen. Sie süßt etwa 600-mal stärker als Saccharose (Kristallzucker). Sucralose wird nicht nur in Lebensmitteln verwendet, sondern, bis vor kurzem, auch in vielen Liquids.

Nun ist aber um die Sucralose eine Diskussion entbrannt, genauer gesagt um die Stoffe, die bei der Erhitzung von Sucralose entstehen können. Prof. Dr. Bernd Mayer hatte dazu im E-Dampfen-Forum am 06.09.2019 geschrieben:

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